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Budo Gala Basel 2010

Die Budo Gala vs. Basler Kampfsporttage – oder eine nicht beabsichtigte Konkurrenzierung

Die Budo Gala 2010, eine der pompösesten und showreichsten Attraktionen, soll am 28. & 29.05.2010 die Stadt Basel in ein Kampfkunst Fieber versetzen. Gewaltige Shows, großartige Bühnenbilder, Hollywood Stars als Gäste, Aftershowparty, eine eigens für diesen Event komponierte Musik und akrobatische Action sollen geboten werden. Kurz gesagt: Eine kommerzielle Show der Extraklasse!
Doch langsam beschleicht mich nach der ersten Vorfreude auf dieses Erlebnis ein bestimmter Gedanke, welcher lautet: „Will ich Budo überhaupt so sehen? “
   Geht es bei der Kampfkunst nicht eher unter anderem um Einsicht, Kontrolle und vor allem auch um Bescheidenheit?
Nachdenklich zögert man die Zeit heraus, bevor doch der Entschluss gefasst wird, ein Ticket zu kaufen. „Schließlich sieht man so ein Spektakel ja nicht alle Tage“, hört man es im eigenen Hinterkopf rumoren, als bei der Vorverkaufsstelle die Überraschungsnachricht überbracht wird: „Die Budo Gala wurde abgesagt“, flüstert eine freundliche weibliche Stimme dem Wartenden entgegen.
   „Unglaublich! Das kann nicht sein!“ Am freitagabendlichen Wettkampftraining wird dies sofort dem Trainer mitgeteilt. „ Das hab ich mir schon gedacht“, antwortete Ralph jedoch und erklärt in kurzen Worten, dass die Art und Weise des Marketings dieser Show wahrscheinlich nicht die gewünschte Zielgruppe anspricht.
    Auf dem Heimweg nach dem Training lässt mir dies jedoch keinerlei Ruhe. „Abgesagt? Und nirgendwo steht etwas darüber...“ Aber im Internet sollte man fündig werden: Praktisch alle Seminare finden nicht statt, doch Tickets werden an der Abendkasse angeboten.
    Soweit, so gut. Also rufe ich einige Freunde an, und in einer bunt gemischten Gruppe aus verschiedenen Kampfsportarten machen wir uns auf den Weg zur Gala – und erleben eine positive Überraschung: Mehrere Kampfsportschulen führen gratis unter dem Motto „ Basler Kampfsporttage  - Gemeinsam gegen Gewalt im Alltag“am Barfüsserplatz in Basel durchaus beeindruckende Demonstrationen vor. Da wurde Sparring durchgeführt, Formen demonstriert, Selbstverteidigungstechniken gezeigt, Waffenkampf vorgeführt und sogar blind mit Augenbinde gekämpft! Keine Show, sondern hart trainierende Schulen, welche für neue Mitglieder geworben haben, geben einen durchaus tiefen Einblick in die Philosophie und die Übungen ihrer jeweiligen Kunst – und für Essen und Trinken war auch gesorgt.
    Nun, die Entscheidung zu treffen, wo wir den Abend verbringen, war nicht sehr schwer ... und die Idee mit der Abendkassa gestorben.
Allerdings gab es hierbei noch einen Haken: Einige Bekannte meiner Freunde erzählten von der Möglichkeit die Hollywood Stars der Budo Gala persönlich zu treffen, bei einem so genannten „Meet & Greet“ – und dies wollten manche der eingefleischten Fans unter uns auf keinen Fall verpassen. Also zogen wir los zur Jakobshalle in Basel, damit einige Mitglieder unserer kleinen Gruppe ihrem Idol ein paar Fragen stellen konnten. Am Anfang belächelte ich dies und dachte mir „Ich geh doch nicht zur Budo Gala, um Hollywood Stars zu sehen“, und schmunzelnd neckte ich mit frechen Sprüchen die Fans unter uns, um ein paar Witze auf deren Kosten zu reißen.
    Doch es sollte anders kommen, als ich dachte.
Das Geheimnis, dass diese Stars für ihren Erfolg verwendeten, zeigte sich bei deren Auftritt ganz eindeutig: unglaubliches Charisma. Mit einem sympathischen Lächeln, einer natürlichen Art und einer großen Wärme & Nähe nahmen sie sich Zeit für ihre Fans, um Fragen zu beantworten und auch auf durchaus persönliche Themen einzugehen. Da ist die Geschichte von Bolo Yeung, der von Trainingsmethoden von Bruce Lee erzählt und die Philosophie der Atmung des Gi–Gong anhand einer Schildkröte erklärt, und Jean-Claude Van Damme, welcher über die Schwierigkeit, zwischen den verschiedenen Schauspielrollen einfach wieder sich selbst zu sein, redet. Ich war weder ein großer Fan von Jean-Claude Van Damme noch von Bolo Yeung, aber dafür tief beeindruckt.
    Zum Abschluss schenkte ich Bolo Yeung noch ein Pencak Silat T-Shirt, welches er lächelnd und dankend entgegennahm, während wir uns um einige Eindrücke reicher auf den Weg zum Barfüsserplatz machten, um den Abend unter vielen freundlichen und begeisterten Menschen zu verbringen, welche alle die gleiche Leidenschaft & das selbe Motto teilen: „Kampfsport und gegen Gewalt im Alltag“.

Gregor Martin


                                                                                                                                                                                                  Gregor mit Jean Claude Van Damme