Pencak Silat Verband Schweiz

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2016 Belgium Open Championship

Auch am diesjährigen Open Belgium Championship-Turnier in Schloten, Belgien, nahm Silat Plus, die Perisai Diri-Schule von Hausen am Albis teil. Ein achtköpfiges Team, angeführt von den Trainern Chantal Mattes, Michael Wirth, Patrick Mattes und zusätzlich Ralph Irminger, gleichzeitig einer der Offiziellen des Turniers, reiste mit den jugendlichen Kämpfern Nina Frei, Enrico Lombardi, Daniel Repérant und Simon Föry nach Belgien. Die Bilanz konnte fast nicht besser sein: Mit 2 Goldpokalen für Daniel Repérant und Nina Frei und einem Silberpokal für Enrico Lombardi und vor allem mit einem starken Teamgeist kehrten alle stolz und unverletzt nach Hause.

Am Freitagmorgen um 11Uhr machte ich mich auf den Weg in Richtung Silat Plus. Bereits auf dem Weg wuchs die Anspannung vor dem Turnier. Im Silat Plus angekommen begrüssten wir uns alle. Jeder einzelne von uns trug den gleichen Trainer unseres Vereines. Alle so „uniformiert“ und bereit zur Abfahrt zu sehen machte mich noch nervöser. Ich war um jede kleine Arbeit froh, die noch zu erledigen war, bevor wir abfuhren, um mich ein wenig abzulenken. Nach einer siebenstündigen problemlosen Fahrt erreichten wir Antwerpen. Als erstes fuhren wir direkt zur Sporthalle, wo das Turnier stattfand. Vor der Halle machten wir Bekanntschaft mit dem französischen Team. Danach zogen sich alle Kämpfer um und standen anschliessend auf die Waage zur Einteilung in die jeweilige Gewichtskategorie. In den Garderoben und Fluren waren erstmals Kämpfer zu sehen, die sich in verschiedenen Sprachen unterhielten. Nun wuchs die Anspannung immer mehr. Ich konnte noch einen kurzen Blick in die Halle werfen und sah die grosse Tribüne. So konnte ich mir ein erstes Bild machen, wie es nächsten Morgen ablaufen könnte. Zu meinem Glück ging das Wägen problemlos und schnell. Wir waren schon bald wieder aus der Halle draussen. Die Anspannung war permanent. Ich konnte mich nie entspannen, weder beim gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant, noch vor dem Einschlafen.

Am nächsten Morgen frühstückten wir kurz im Hotel und fuhren dann gegen neun Uhr nach Schloten zur Halle. Dort richteten wir uns mit unseren Flaggen an einem Ort auf der Tribüne ein.

Kurz darauf fing auch schon die Eröffnungszeremonie an. Von aussen liefen alle Kämpfer, nach Ländern sortiert und angeführt von einem „Landnamensschild-Träger“, durch eine künstliche Rauchwolke unter heroischer Musik in die abgedunkelte Halle ein. Nach einigen Reden, u.a. vom indonesischen Botschafter, waren die Kämpfe eröffnet.

Vor den Kämpfen machten wir als Team ein Hening (Meditation) und bekamen anschliessend noch wichtige Tipps für den Kampf.

Bevor wir an der Reihe waren, konnten wir uns ein paar Kämpfe anschauen. Wir analysierten diese mit unseren Trainern und bereiteten uns mental auf die Kämpfe vor.

Daniel Repérant war der Erste und kurz nach ihm war auch ich an der Reihe. Deshalb wärmten wir uns zusammen mit Michael Wirth auf.

Kurz vor dem Kampf stieg die Anspannung noch viel mehr. Unsere Trainer gaben uns letzte Tipps. Dann war es soweit. Daniel war als Erster dran und konnte seinen Kampf über 2 Runden für sich entscheiden. Wir anderen unterstützten ihn von den Zuschauerplätzen und feuerten ihn an. Kurz darauf war auch ich an der Reihe. Als ich auf die Matte ging, spürte ich deutlich den starken Rückhalt unseres Teams, das mich von den Bänken am Rande der Matte lautstark anfeuerte. Mit den ersten Angriffen konnte ich die ganze Anspannung loslassen. Je länger der Kampf dauerte, desto besser konnte ich mich fokussieren. Nach 3 anstrengenden Runden war der Kampf vorbei. Ich verlor gegen einen starken, aber fairen Gegner.

Nina konnte es Daniel nachmachen und gewann ihren Kampf deutlich. Somit qualifizierten sich Nina und Daniel für die Finals am Sonntag. Enrico zog das Freilos, weil nur 3 Gegner in seiner Kategorie starteten. Er war deshalb für die Finals gesetzt.

Den Rest des Tages verbrachten wir in der Halle und beobachteten die Kämpfe.

Am Abend gingen wir zusammen mit dem Team aus Österreich chinesisch Essen. Ich konnte es entspannt geniessen, da ich am nächsten Tag keine Kämpfe mehr hatte. Ich war stolz auf Daniel, Nina und Enrico und freute mich auf die morgigen Finals.

Am nächsten Morgen standen wir wieder vor neun Uhr in der Halle, denn um neun fingen die Finals an und unsere Kämpfe waren als Erste dran. Daniel, Nina und Enrico mussten sich vorher aufgewärmt haben.

Wieder konnten Daniel und Nina ihre Kämpfe für sich entscheiden. Enrico kämpfte ebenfalls sehr stark, verlor jedoch seinen Kampf.

Nach den Finalkämpfen folgten die Siegerehrungen, bei denen nochmals alle Kämpfer sich aufstellen mussten. Es war toll, die Schweiz dreimal auf dem Podest zu sehen.

Abschliessend machten wir noch Fotos von unserem Team und mit anderen Teilnehmern. Es herrschte eine fröhliche Stimmung.

Alles begann mit einem Hening (Meditation) und endete auch mit einem Hening. Vor der Abfahrt setzten wir uns nochmals zusammen, und erzählten einander die Eindrücke und Erfahrungen.

Ich denke, diese Erfahrung hat uns als Silat-Plus-Team noch mehr zusammengeschweisst und ich bin stolz auf jeden einzelnen von uns und darauf, dass ich ein Teil dieses Teams sein durfte. Ich freue mich bereits auf nächste Turniere mit unserem Superteam!

Vielen Dank an die Trainer Michael Wirth, Chantal Mattes und Patrick Mattes, die uns mit viel Mühe und Sorgfalt auf den Wettkampf vorbereiteten und trainierten, wie auch Ralph Irminger und dem ganzen Pencak-Silat- Verband Schweiz.

© Simon Föry, 17